Sieg beim Inferno Triathlon mit neuem Streckenrekord

Nach meinem Start beim TriStar Rorschach wusste ich, dass ich Triathlon noch kann. Trotzdem fragte ich mich, war meine Form wirklich schon wieder wettkampftauglich?

Doch zwei Wochen später, beim Eistobellauf in Maierhöfen, zeigte sich, dass ich mich im Laufen verbessert haben musste – ich gewann den Lauf und egalisierte den 18 Jahre alten Streckenrekord! Der Sieg beim Ravensburger Triathlon bestätigte meinen guten Formaufbau. So war ich auch mental gut vorbereitet für meinen ersten Saisonhöhepunkt nach meinem Schlüsselbeinbruch im Frühjahr. Dafür hatte ich mit dem Inferno den angeblich härtesten und gewiss den landschaftlich schönsten Triathlon ausgesucht, für den Eiger, Mönch und Jungfrau als Kulisse für einen spektakulären Wettkampf dienen. Mit dem ich aber auch noch eine Rechnung offen hatte, seit es mir vor zwei Jahren bei der MTB Abfahrt einen Reifen aufgeschlitzt hatte. Ich wusste also was auf mich zukommen würde und frischte bei einem Streckencheck in der unmittelbaren Vorbereitung meine Erinnerung an diese noch einmal auf. Es konnte losgehen…

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Eine besondere Stimmung liegt in der Luft wenn noch in der Morgendämmerung der Startschuss erfolgt und die Luftballons über dem Thunersee in die Luft steigen. Im klaren Wasser fühlte ich mich unglaublich wohl und schnappte mir im gut 3 km entfernten Oberhofen als erste Frau meinen Bergfloh. Ab diesem Zeitpunkte rechnete ich jederzeit damit eingeholt zu werden, wusste ich doch zu gut Bescheid um die starke Konkurrenz in meinem Nacken.

Doch es passierte nichts. Weder auf den knapp 100 Rennrad Kilometern mit den mehr als 2100 Höhenmetern über die Große Scheidegg noch nach dem anschließenden Wechsel auf das MTB, mit dem ich 30 km und mehr als 1100 HM über die Kleine Scheidegg hochkurbelte und runter sauste.

Die Führungsposition erlaubte es mir mein eigenes Tempo zu wählen und mir dadurch meine Kräfte einteilen zu können. Unverhofft gelang mir dies bis zur dritten Wechselzone, die ich an diesem Tag als erste erreichte.

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Hier schnürte ich mir meine Laufschuhe und zum ersten Mal ließ ich Gedanken an einen möglichen Sieg zu, auch wenn der Weg zum Ziel noch 25 km lang war und mehr als 2100 HM hatte. In Kopf unterteilte ich mir die Laufstrecke – auf dem ersten Teil bis zum autofreien Ort Mürren fand ich einen guten Laufrhythmus – danach war möglichst schnelles Wandern angesagt. In Mürren erfuhr ich zum ersten Mal an diesem Tag von den Abständen hinter mir und realisierte meinen Vorsprung. Obwohl die steilsten Stücke wie das sogenannte Kanonenrohr immer noch vor mir lagen, beflügelte mich der greifbar nahe Sieg so sehr, dass ich meinen Vorsprung unbewusst weiter ausbaute. Der Aufstieg über die letzte Leiter zum – von James Bond bekannten – Piz Gloria und der Empfang im Ziel war für mich unbeschreiblich emotional.

Da war die Tatsache, dass ich nach 9:31 h als 9. Mann und so schnell wie noch keine Frau vor mir von Thun auf dem Schilthorn war, fast nebensächlich.

Überhaupt nicht nebensächlich waren Petra Eggenschwiler und Seriensiegerin Nina Brenn, mit denen ich das Podium teilen durfte.

All denen, die ihren Teil zu diesem Erfolg beigetragen haben, bin ich unglaublich dankbar! Dank der vielen Glückwünsche freue ich mich noch mehr über mein gelungenes #comebackstronger!

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1 comment

  1. Karin

    Hallo Lena,
    unglaublich deine heurigen Leistungen. Wir gratulieren dir alle von Herzen. Bin stolz auf dich, echt supersuperstark. Vielleicht hast du mal kurz Zeit wenn du im ländle bist. Wäre nett wieder mal zu plaudern. Mach weiter so. Ganz ganz liebe Grüße Karin

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