Rückblick 2020 im Zeitraffer

Lange war es still auf diesem Blog. Das heißt nicht, dass seit letztjährigem  Sommer nichts passiert ist. Vielmehr war meine Gefühlslage oft zu schnelllebig um sie in Worte zu packen.
Mit dem Thiersee Triathlon schien der Triathlon Sommer loszugehen und auch ich fühlte mich dafür bereit. Meine Aufmerksamkeit galt fortan der Challenge Davos. Dort zweimal mit dem leichten Rennrad auf den Flüelapass klettern… darauf freute ich mich sehr. Doch 2020 sollte es nicht sein. Während wir Profi Frauen schwammen wurde das Rennen aufgrund von Gewitter und Erdrutsch abgebrochen. Enttäuschung pur.

Zum Glück ließen sich auch die Veranstalter des Trans Vorarlberg nicht unterkriegen und organisierten einen Swim&Run sowie ein Zeitfahren. Dankbar über diese Möglichkeiten konnte ich dort Wettkampfluft atmen und Siege feiern.

Unverhofft kommt oft – gemäß diesem Motto wurde ich drei Tage vor dem Wettkampf zum Eliterennen im Rahmen des Stadtwerke Triathlon Ratingen eingeladen. Diese kurzfristige Entscheidung war nicht unbedingt vernünftig, doch die Chance auf der Kurzdistanz richtig Gas zu geben war zu verlockend. Leider bin ich wirklich schlecht geschwommen, was ich auch mit meinem starken Radeln nicht richtig ausgleichen  konnte. Mit meinem 7. Platz habe ich zwar keinen Blumentopf aber Zuversicht für kommende Rennen mit solch einem starken Profifeld gewonnen.

Mit dem Chiemgau Trail Run über 42 Kilometer und rund 2500 Höhenmeter habe ich mir im Oktober selber einen versöhnlichen Abschluss für das sportliche Jahr 2020 beschert. Die Teilnahme an einer Veranstaltung dieser Art lockte mich schon lange, allerdings findet in einem gewöhnlichen Sommer diese Herausforderung kaum einen Platz in meinem Kalender. So nutzte ich die Gelegenheit im letzten Herbst und das Erlebnis entschädigte allerhand für entfallene Triathlon Rennen.

Trotz der positiven Erlebnisse und Ergebnisse mehrten sich im Laufe des Sommers meine Zweifel. Will ich noch einmal so viel Energie in den Sport stecken und mich so darauf fokussieren, ohne zu wissen wie die Zukunft des Sports aussieht? Ich  versuchte mir vorzustellen wie es wäre, wenn ich keinen Profisport mehr machen würde und stattdessen Vollzeit als Maschinenbauer arbeite. Es war ein komisches Gefühl. Meine Arbeit im Konstruktionsbüro macht mir Spaß, ist Ausgleich und gibt mir eine finanzielle Grundlage, ohne die ich den Profisport nicht machen würde. Was oft eine doppelte Belastung ist, war mir vor allem im letzten Jahr eine Sicherheit. Doch was, wenn das nächste Jahr gleich wird? Wenn ich den Profisport an dieser Stelle beendet hätte, hätte ich alles erarbeitete weggeworfen. Das wollte ich nicht. Lieber will ich mich weiterentwickeln und für den Rückhalt, den ich dafür bekomme, und das Vertrauen, das mir geschenkt wird, in diesem Jahr, in einer neuen Saison danken. Diese bewusste Entscheidung war zu meiner eigenen Überraschung ein großer Motivationsschub für das Training im Winter und Frühjahr 2021. Die Trainingsbedingungen waren trotz aller Corona-Maßnahmen für mich dank Ausnahmen für den „Spitzensport“ tatsächlich gut. So habe ich mich heuer bewusst gegen Trainingslager im warmen Süden entschieden, obwohl das für mich möglich gewesen wäre.

Entmutigend war zwischenzeitlich, dass Wettkämpfe geplant und dann doch wieder abgesagt wurden. Also ist weiterhin Flexibilität gefragt. Am kommenden Wochenende werde ich in Italien bei der Challenge Riccione an den Start gehen. Meine Vorfreude ist wirklich groß und bisweilen kommt es mir vor wie ein Traum. Doch wenn mein Corona-Schnelltest im Vorfeld negativ ist, wird es Wirklichkeit werden und die vielen Trainingsstunden können sich bezahlt machen.

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