Mein Winter im Eiltempo

Während der letzten Wochen waren meine Tage ausgefüllt mit Training, Arbeit im Konstruktionsbüro und dem Bestreben immer ausreichend Erholung zu finden. Im Trainingstagebuch habe ich pro Woche über 20 Stunden Training, zu dem alle Vor- und Nachbereitungszeit nicht zählt, festgehalten. Im Konstruktionsbüro kann ich in dem Sinne die Beine hoch legen, dass es keine körperliche Arbeit ist, doch Arbeiten muss ich trotzdem. Die wertvollste Erholung ist der Schlaf. Gefolgt von der Ernährung, weshalb ich Wert darauf lege selber zu kochen, zu backen und abends gemeinsam zu Essen. Bei dieser Geschäftigkeit bleibt kaum Zeit für andere Dinge.

Die Zeit seit November ist im Eiltempo vergangen – der Wiedereinstieg ins Training nach einer ungewöhnlich langen Saisonpause mit einer entschädigenden Trekkingtour in Nepal – eine winterliche Trainingswoche im Engadin – das Team Camp mit dem Skinfit Racing Tri Team und den Sponsoren – die kontinuierliche Steigerung im Training hinsichtlich Umfang und Intensität – die wachsende Vorfreude 2020 auf der Triathlonbühne aufzutreten.

Und plötzlich wird irgendwie die Welt aus den Fugen gehoben und alle spielen ein wenig verrückt.
Mit der Schließung aller Schwimmbäder und Fitnessstudios fühlte es sich für mich an, als ob aus meinem Training und Alltag die Luft raus gelassen wird. Es ist nicht wie am Ende einer Saison, wenn für eine bestimmte Zeit die durchgeplante Woche dem Gefühl „tun und lassen zu können was man will“ weicht. Es ist mehr ein déjà-vu, motiviert bleiben, nach einem Notplan trainieren, ohne zu wissen wie lange.

Fest steht, dass Wettkämpfe bereits abgesagt oder verschoben wurden. Sport ist nicht alles, auch bei mir nicht und darüber bin ich in dieser Situation froh. Auch wenn es sich zunächst als Leere angefühlt hat, möchte ich aus der Entschleunigung etwas Positives mitnehmen. Natürlich mache ich weiterhin jeden Tag Sport, weil es mir einfach Spaß macht und um fit zu bleiben. Die dennoch entstandene freie Zeit kann ich für andere Dinge nutzen, die sonst zu kurz kommen. Dann kann ich mich, wann auch immer sich die Welt wieder im normalen Tempo dreht, energiegeladen dem Triathlongeschehen widmen. Dieser Gedanke motiviert und freut mich!

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