Mein Inferno-Erlebnis

Das Rennen begann vielversprechend bis ich fast eine halbe Stunde am Streckenrand der Kleinen Scheidegg stand um meinen Defekt zu reparieren. Am Ende bin ich aber mit Platz 6 im Gesamtklassement bei meiner ersten und nicht letzten Teilnahme beim Inferno in der Schweiz mit meiner Leistung sehr zufrieden.

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Was für eine Kulisse morgens beim Start um 6:30 Uhr in Thun mit Blickrichtung durch die Morgendämmerung zum in 3,1 km entfernten Schwimmausstieg in Oberhofen. Der Thunersee war klar und mit 19°C angenehm zum Schwimmen. Als erste Frau stieg ich vor Rabea Vögtle aus dem See.

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Nach einem etwas längerem Wechsel war ich warm gekleidet und machte mich auf den Weg, wohlwissend, dass es bestimmt nicht lange dauern würde, bis von hinten die Seriensiegerin und Favoritin Nina Brenn auffahren würde. In Brienz war es dann auch so weit: Nina Brenn hatte Ihren fünf minütigen Rückstand aufgefahren. Mit den Worten von erfahrenen Inferno-Bestreitern im Kopf „beim Inferno brauchst du Geduld“, fuhr ich mein Tempo über die Große Scheidegg und wechselte als Zweitplatzierte, jedoch bereits mit einem Rückstand von fünf Minuten in Grindelwald auf das Mountainbike.

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Diese Platzierung blieb bis zum Ende der langen Schotterabfahrt von der Kleinen Scheidegg unverändert, bis es plötzlich an meinem Hinterrad knallte. Ich hatte mir einen rund 2 cm langen Schnitt in der Flanke eingefahren. Nach fünf Trainingsüberfahrten über die Kleine Scheidegg und einigen MTB-Marathons im Vorfeld ohne je einen Defekt zu haben, wurde ich hier bei meinem Saisonhöhepunkt schlagartig ausgebremst. Mit wenig Übung dafür mit viel Gefummel das Riegelpapier zwischen Schlauch und Mantel geschoben, war es dann endlich soweit: erste Patrone angesetzt, die Luft war drin, zweite Patrone angesetzt, die Luft ging daneben. So machte ich mich mit wahrscheinlich 1 bar auf den Weg in die technisch etwas anspruchvollere Abfahrt und die abschließenden fünf Kilometer Straßenpassage zwischen Lauterbrunnen und Stechelberg.

Als Siebtplatzierte wechselte ich mit einer halben Stunde Rückstand auf die führende Nina Brenn in die Laufschuhe. Vor mir lag die abschließende 25 km Lauf- und Wanderstrecke mit knapp 2000 Hm. Mit einer Laufzeit von 3h33min war ich lediglich 9min langsamer als die Siegerin Nina Brenn, was mich heute zufrieden stimmt, da es zeigt, dass meine Vorbereitung nicht schlecht gewesen sein konnte. Schlussendlich erreichte ich das Schilthorn nach einer Renndauer von 10h44min als 6.

Ich würde lügen, wenn ich nach vielen Trainingsstunden auf den Wettkampfstrecken behaupten würde, dass ich beim Inferno angetreten bin um am Ende Platz sechs zu belegen. Ich bin in die Schweiz gekommen um mit möglichst wenig Rückstand auf die Seriensiegerin des Inferno, Nina Brenn, das Ziel auf knapp 3000 Meter über Normalnull zu erreichen.

Eines war mir bereits auf der restlichen Abfahrt von der Kleinen Scheidegg mit schwammigem Hinterrad klar: ich komme 2017 wieder.

Und das nicht nur wegen dem Defekt sondern auch wegen einer perfekten Rennorganisation und einer traumhaften Kulisse.

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1 comment

  1. Stefan

    Schöner Bericht und starke Leistung. Solche Erlebnisse machen nur noch stärker!
    Wünsch mir hier in Canada auch ab und zu ein Bike…

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