1. Platz bei der Challenge Davos

Vor meiner Anreise nach Davos habe ich gepackt als würde ich nicht nach Davos zu einem Triathlon sondern in den Winterurlaub fahren. Dennoch habe ich statt den Langlaufski mein Rennrad ins Auto geladen – ich war noch nicht wirklich bereit für Wintersport. Bei meiner Ankunft in Davos bestätigte sich die Wettervorhersage: die Luft war kalt und auf den Gipfeln um mich herum lag Schnee. Beim Spaziergang um den See sah das Wasser im Sonnenschein wirklich einladend aus, aber beim anschließenden Plausch in der Wechselzone erfuhr ich von der Wassertemperatur – 10,8 Grad Celsius. Somit war bereits am Freitag klar, geschwommen wird nicht und ein Ausdauerdreikampf wird nicht stattfinden.

Doch das OK Team lies sich nicht unterkriegen, auch nicht vom Schneefall am Samstag, und malte mehrere Wettkampfszenarien aus. Erst am Sonntag, eine Stunde vor dem Startschuss, wurde entschieden und folgender Rennmodus stand fest: im Massenstart wurden rund 10 km auf den Flüelapass geradelt, das war soweit wie es der Schnee zuließ. Dann folgte eine neutralisierte Phase für die Abfahrt, inklusive ausgiebigem Kleiderwechsel und abschließend der Halbmarathon über vier Runden um den Davosersee. Ich war froh über den Radpart, bin ich doch hauptsächlich wegen dem Flüelapass hierher gekommen. Auch wenn ich ihn am Renntag also nicht ganz und nicht von beiden Seiten bezwingen musste, wollte ich dennoch meine Chance am Anstieg nutzen. Und das habe ich auch getan: mit meinem Bergfloh war ich ruckzuck oben und hatte einen Vorsprung von gut drei Minuten herausgefahren.

Da jeder Athlet selbst entscheiden konnte, ob er die 35 Minuten der neutrale Phase voll ausnützen will oder nicht, starteten alle Athleten den Halbmarathon unabhängig von ihrer Radplatzierung. Ich habe mich für einen zügigen Wechsel entschieden, da ich es vermeiden wollte unnötig auszukühlen und zu viel Pause vielleicht die Spannung genommen hätte. So zog sich das Feld auseinander und ich startete den Halbmarathon alleine. Das ermöglichte es mir mich auf mich selbst zu konzentrieren. Meine Gedanken schweiften immer wieder ab, zu einem Trainingslauf im heimischen Wald, bei dem lediglich mein Körpergefühl und Blickkontakte auf die Laufuhr das Tempo bestimmen.

Während den 21 km wusste ich nicht wie die Verfolgerinnen unterwegs waren und ob mein zwischen 4:00 und 4:10 angeschlagenes Tempo ausreichen wird, um meine Führung bis ins Ziel zu halten. Lediglich die Zeitmessung Datasport und die Veranstalter hatten nach jeder Laufrunde den Stand im Blick. So war es für alle, außer mir, im Ziel nicht überraschend, dass ich es heute geschafft hatte – ich habe die Challenge Davos gewonnen!

Das war im Ziel ein unglaubliches Gefühl, an diesem beeindruckenden Ort auf rund 1600 Meter über dem Meer, als Athletin aus dem Schussental, zu gewinnen. Ganz besonders überrascht und erfreut war ich, dass ich nicht nur mit Tagesbestzeit auf dem Rad sondern auch mit Laufbestzeit gewonnen habe.

Spannend bis zum Schluss war natürlich auch mit wem ich das Podium teilen würde – es waren die Slowakin Nikola Corbova und Lisa Roberts (USA).

An dieser Stelle möchte mich bei den Veranstaltern und Helfern herzlich bedanken. Vorallem bei der MooveMee GmbH um Sven Riederer, die eine richtig tolle Arbeit gemacht haben und eine wunderbare Atmosphäre geschaffen haben.

Nach zehn Wettkämpfen in diesem Jahr verabschiede ich mich nun in die Saisonpause und darf dabei auf eine sehr erfolgreiche Saison zurückblicken.

Allerdings wird es nicht die Beste gewesen sein, denn ich werde versuchen diese nächstes Jahr zu toppen 🙂

Eure Lena

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